Wir dürfen vorstellen: Dr. Kilian Simmet, Minitube's neuer CTO
Mit dem Jahreswechsel 2026 schlägt Minitube ein neues Kapitel auf: Nach Jahrzehnten in Familienhand übernimmt ein erweitertes Vorstandsteam die Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens. Einer von ihnen ist Dr. Kilian Simmet, neuer Chief Technology Officer (CTO). Der promovierte Wissenschaftler und Enkel des Firmengründers bringt fundierte Expertise in Biologie und Technologie mit – und verbindet familiäre Kontinuität mit frischen Ideen.
Im Gespräch erzählt er, welche Rolle Innovation und digitale Transformation für Minitube als Wachstumstreiber spielen, wie er Sicherheit und Verantwortung versteht – und warum für ihn immer der Mensch im Mittelpunkt der Technologie stehen muss.
Kilian, du bist als CTO u.a. für die technologische und biologische Entwicklung bei Minitube verantwortlich. Wie prägt dein wissenschaftlicher Background – und die Familientradition – deine Sicht auf Innovation?
Wenn du etwas Neues lernen oder ausprobieren könntest, was wäre das?
Im Gespräch erzählt er, welche Rolle Innovation und digitale Transformation für Minitube als Wachstumstreiber spielen, wie er Sicherheit und Verantwortung versteht – und warum für ihn immer der Mensch im Mittelpunkt der Technologie stehen muss.
Kilian, du bist als CTO u.a. für die technologische und biologische Entwicklung bei Minitube verantwortlich. Wie prägt dein wissenschaftlicher Background – und die Familientradition – deine Sicht auf Innovation?
Eine der schönsten Anekdoten von unserem Großvater rankt sich um das erste Patent von Minitube, auf dessen Basis die Firma 1970 gegründet wurde. Er entwickelte damals das weltweit erste vollautomatische System zur Abfüllung von Rindersamen, aus der Motivation heraus, dass er als Stationstierarzt die ermüdende manuelle Arbeit am eigenen Leib erfahren hatte. Scherzhaft hat er sich selbst als faulen Menschen bezeichnet und behauptet, deshalb dieses System entwickelt zu haben. Die Innovation lag aber schon damals darin, aus praktischer Erfahrung zu wissen, was im Labor benötigt wird und wie die Prozesse optimiert werden können. Diese Nähe zur Praxis prägt unser Unternehmen bis heute: Durch engen Austausch mit unseren Kunden versuchen wir, die tatsächlichen Bedürfnisse im Labor zu erkennen und passende Lösungen zu entwickeln – stets mit dem Anspruch, durch Innovation die Arbeit zu erleichtern und optimale Produktionsprozesse zu ermöglichen. Ganz im Sinne unseres Firmengründers – und aus Tradition.
In meiner eigenen Zeit als Wissenschaftler habe ich gelernt, mit negativen Ergebnissen umzugehen und sie wertzuschätzen. Egal ob unsere Hypothesen widerlegt oder bestätigt werden, wir lernen immer etwas dabei. Entscheidend ist, dass die Fragen nach den Grundsätzen der wissenschaftlichen Methode gestellt und bearbeitet werden und die Erkenntnisse in der folgenden Iteration berücksichtigt werden. So tragen auch vermeintlich negative Resultate dazu bei, neue Perspektiven zu eröffnen und den Boden für echte Innovation zu bereiten.
Wenn du die aktuelle Situation betrachtest: Wo steht Minitube heute aus deiner Sicht in Sachen Technologie und Innovation?
In unserer Vision und Mission haben wir klar festgehalten, dass wir der globale Innovationsführer in unserem Bereich sind – und diesem Anspruch werden wir gerecht. Das bedeutet aber keinesfalls, dass wir stillstehen. Im Gegenteil: Wir investieren massiv, um diesem Anspruch auch in Zukunft gerecht zu werden. Als familiengeführtes Unternehmen haben wir den großen Vorteil, langfristig denken und handeln zu können. So sind wir in der Lage, auch Projekte mit hohem Risiko oder längerer Entwicklungszeit zu verfolgen – unabhängig von kurzfristigen Umsatzzielen oder externen Renditeerwartungen. Unser Antrieb ist eine gelebte Innovationskultur, die uns ermöglicht, nachhaltiger und zukunftsorientierter zu arbeiten als viele investorengetriebene Unternehmen.
Welche Technologien treiben für dich gerade das Wachstum bei Minitube am stärksten? Gibt es Entwicklungen, die schon jetzt neue Märkte öffnen oder Prozesse deutlich verbessern?
Automation und Standardisierung sind derzeit die wichtigsten Treiber. Unsere Industrie geht immer näher an das Limit des reproduktionsbiologisch Möglichen und da müssen die Laborprozesse exzellent funktionieren. Gleichzeitig werden die Routinen im Labor immer hektischer und unsere Lösungen müssen dazu beitragen, menschliche Fehler komplett zu vermeiden.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) wird uns in Zukunft dabei unterstützen, präzisere Vorhersagen zu treffen und Empfehlungen zu geben. Bei der bildbasierten Analyse eröffnet die KI unzählige Möglichkeiten. Dabei ist es enorm wichtig, neue Analysemethoden mit den heutigen Goldstandards zu validieren und darauf zu achten, dass die Ergebnisse nicht unkritisch übernommen werden. Denn so vielfältig die Chancen sind, die KI bietet, ebenso wichtig ist es auch, ihre Grenzen und potenziellen Risiken zu verstehen. Ein „KI“-Label allein ist kein Garant für höhere Qualität oder bessere Ergebnisse – oft können bewährte traditionelle Methoden ebenso zuverlässig oder in bestimmten Kontexten sogar überlegen sein. Deshalb gilt: Der Einsatz von KI muss stets evidenzbasiert erfolgen und verantwortungsvoll in bestehende Standards eingebettet werden.
Minitube ist eng mit Forschung und Wissenschaft verbunden. Wie entstehen bei euch neue Ideen – und welche Rolle spielen Kooperationen mit Universitäten, Forschungspartnern oder Unternehmen?
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) wird uns in Zukunft dabei unterstützen, präzisere Vorhersagen zu treffen und Empfehlungen zu geben. Bei der bildbasierten Analyse eröffnet die KI unzählige Möglichkeiten. Dabei ist es enorm wichtig, neue Analysemethoden mit den heutigen Goldstandards zu validieren und darauf zu achten, dass die Ergebnisse nicht unkritisch übernommen werden. Denn so vielfältig die Chancen sind, die KI bietet, ebenso wichtig ist es auch, ihre Grenzen und potenziellen Risiken zu verstehen. Ein „KI“-Label allein ist kein Garant für höhere Qualität oder bessere Ergebnisse – oft können bewährte traditionelle Methoden ebenso zuverlässig oder in bestimmten Kontexten sogar überlegen sein. Deshalb gilt: Der Einsatz von KI muss stets evidenzbasiert erfolgen und verantwortungsvoll in bestehende Standards eingebettet werden.
Die Kooperation mit Universitäten und Forschungsinstituten hat für uns einen extrem hohen Stellenwert. Sei es für die wissenschaftliche Validierung unserer Produkte oder auch eine kooperative Neuentwicklung. Als Partner aus der Wirtschaft sind wir an zahlreichen Projekten beteiligt, unterstützen so die wissenschaftliche Forschung und haben auch aktiv daran teil. Dass Minitube den weltweit bedeutendsten Wissenschaftspreis in der Reproduktionsbiologie – den Simmet-Prize – sponsert, unterstreicht, wie wichtig uns die Förderung wissenschaftlicher Forschung ist. Aber wie entstehen Ideen? Der kreative Prozess kann so unterschiedlich sein – manche finden ihre besten Ideen beim Spazieren, manche beim Duschen. Für mich persönlich ist es oft der Austausch mit Kolleg:innen, Kund:innen oder Wissenschaftler:innen, der den entscheidenden Funken zündet.
Am Ende zählt, was Kund:innen im Alltag erleben. Wie stellst du sicher, dass eure Innovationen nicht nur technisch brillant sind, sondern auch praktisch, verständlich und leicht anwendbar?
Wir schätzen uns sehr glücklich, in den verschiedenen Regionen der Welt ein vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Kunden zu haben. So können wir Prototypen im Feld unter realen Bedingungen testen, bevor wir global ausrollen. Das direkte Feedback, das wir dabei zu unseren Produkten und Ideen bekommen, ist eine unserer wertvollsten Ressourcen in der Entwicklung. Es ermöglicht uns, sicherzustellen, dass unsere Lösungen nicht nur technisch überzeugen, sondern auch intuitiv anwendbar sind – damit Anwender:innen stets optimale Ergebnisse erzielen.
Welche Stationen in deinem Studium oder deiner Forschung haben dich besonders geprägt?
Am prägendsten war für mich die Zeit als Doktorand und Postdoc, die ich komplett am Lehrstuhl für molekulare Tierzucht und Biotechnologie der LMU München verbracht habe. Dort fand ich ideale Bedingungen, um mich akademisch und auch persönlich weiterzuentwickeln: eine optimale Mischung aus gezieltem Mentoring und Freiraum für selbstständiges, eigenverantwortliches Forschen. Ich bin allen Kolleg:innen und meinem Doktorvater Eckhard Wolf sehr dankbar, dass ich diese wertvollen Erfahrungen dort machen durfte.
Welche Hobbys oder Interessen geben dir Energie und Inspiration?
Musik zu machen ist meine große Leidenschaft, und der Bass mein liebstes Instrument. Ich bin in verschiedenen Musikgruppen und -genres aktiv und das Beste dabei ist, mit meinen Freunden an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten und etwas Schönes zu erschaffen. Das ist für mich der perfekte Ausgleich und gibt mir Energie.
Gibt es ein Ritual oder eine Gewohnheit, die dir Struktur im Alltag gibt?
Ja, Kaffee am Morgen. Der ist sehr wichtig.
Wenn du etwas Neues lernen oder ausprobieren könntest, was wäre das?
Design fasziniert mich und die Frage, wie Formsprache Menschen beeinflussen kann. Manche Objekte lösen durch ihre Gestaltung fast schon liebevolle Gefühle aus, wie z.B. ein Mercedes 300 SL oder eine Kitchen Aid Küchenmaschine. Wie genau das funktioniert, würde ich gerne besser verstehen.
Wenn du zehn Jahre in die Zukunft schaust: Welche drei Schlagworte beschreiben für dich die technologische Zukunft von Minitube?
Präzision, Standard und Automation.