Ein wegweisender 20. ICAR-Kongress in Obihiro

Der diesjährige International Congress on Animal Reproduction (ICAR) im japanischen Obihiro auf Hokkaido war in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Seit dem ersten ICAR-Kongress im Jahr 1948 bringt die Veranstaltung Forschende und Fachleute aus aller Welt zusammen, um neueste Erkenntnisse zur Reproduktion von Haus- und Wildtieren vorzustellen und zu diskutieren. Damit bildet der Kongress eine wichtige Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis in der Tierzucht und Arterhaltung.

Zum 20. ICAR-Kongress begrüßte die Fachgemeinschaft mehr als 1.100 Teilnehmende – so viele wie nie zuvor. Diese Rekordbeteiligung unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Tierreproduktion und würdigt zugleich Japan als Gastgeber des Jubiläumskongresses.



 


Eine inspirierende Eröffnungszeremonie

Den feierlichen Auftakt bildete eine inspirierende Eröffnungszeremonie. Akio Miya, Leiter des lokalen Organisationsteams, hieß die Gäste willkommen, während die Brass Band der Hokkaido Obihiro Ryokuyo High School mit beeindruckenden musikalischen Darbietungen für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte. 

Nach dem Grußwort des Bürgermeisters von Obihiro begrüßte auch ICAR-Präsident Matthew Lucy die Teilnehmenden. Er hob hervor, dass der ICAR weit mehr sei als eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch: Der Kongress bringe Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen, fördere gegenseitiges Verständnis und Freundschaften und leiste damit einen wertvollen Beitrag zu internationalem Dialog und friedlicher Zusammenarbeit.
 



 

Der Simmet Prize für assistierte Reproduktion

Es folgte die Verleihung des Simmet Prize, geleitet vom früheren ICAR-Präsidenten und Vorsitzenden des Preiskomitees, Fulvio Gandolfi.

Der mit 50.000 Euro dotierte und von Minitube International gestiftete Preis wird alle vier Jahre im Rahmen des ICAR-Kongresses an eine herausragende Persönlichkeit der Forschung verliehen. Er erinnert an die Pionierarbeit von Dr. Ludwig Simmet auf dem Gebiet der assistierten Tierreproduktion.

Das ICAR-Preiskomitee wählt die ausgezeichnete Person anhand der Bedeutung der Forschungsthemen, der Breite und Tiefe der Forschung, der Originalität der veröffentlichten Arbeiten sowie ihrer Wirkung auf die assistierte Tierreproduktion in der Praxis aus.




 

Preisträger 2026: Peter J. Hansen

Preisträger 2026 ist Peter J. Hansen, Distinguished Professor und L.E. „Red"-Larson-Professor am Department of Animal Sciences der University of Florida sowie am University of Florida Genetics Institute.

In seiner Laudatio gratulierte Christian Simmet dem Preisträger herzlich, würdigte das Vermächtnis seines Vaters Dr. Ludwig Simmet und überreichte ihm die Auszeichnung.

Die mit rund 1.000 Teilnehmenden nahezu vollständig besetzte Kongresshalle ehrte Peter J. Hansen mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.




Ein wegweisender 20. ICAR-Kongress in Obihiro